Die Verbindung von
Verstehen und Gestalten
In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie arbeiten wir mit einem besonderen Paradoxon, das der Philosoph Søren Kierkegaard in seinen Tagebüchern so beschrieb:
Das Leben muss rückwärts verstanden, aber vorwärts gelebt werden.
Dieser Gedanke bildet das Herzstück meiner therapeutischen Arbeit. Er kann so weitergesponnen werden, dass aktuelle psychische Symptome – seien es Ängste, Depressionen, Erschöpfungszustände etc. – oft eine „logische“ Antwort auf unbewusste Konflikte oder frühere Beziehungserfahrungen sind. Um diese Dynamiken zu verändern, müssen wir uns selbst neu begegnen und verstehen, was in uns wirkt.
Rückwärts verstehen: Die Wurzeln des Erlebens
Sich selbst zu verstehen bedeutet, das eigene Erleben in seiner Tiefe besser zu begreifen. Gemeinsam blicken wir in Ihre Biografie, um die Ursprünge Ihres heutigen Befindens zu beleuchten. In der therapeutischen Arbeit geht es darum, bewusste und unbewusste Anteile der Persönlichkeit wahrzunehmen und miteinander in Beziehung zu setzen.
Dabei untersuchen wir (Schutz-)Muster, die in der Vergangenheit vielleicht überlebenswichtig waren, Ihnen heute aber im Weg stehen. Dieser Rückblick ist kein Selbstzweck, sondern dient der Klärung: Warum fühle ich so? Warum reagiere ich in bestimmten Situationen immer wieder nach dem gleichen Muster? Wenn diese inneren Zusammenhänge spürbar werden, kann allmählich mehr Stabilität und Sicherheit im eigenen Erleben entstehen.
Vorwärts leben: Handwerkszeug für den Lebensweg
Kierkegaard fügte seinem Gedanken jedoch noch eine entscheidende Nuance hinzu: Ein gänzliches Verstehen des Lebens ist niemals möglich, da wir uns im Fluss der Zeit befinden und niemals an einen Punkt völliger Ruhe gelangen, um vollständig verstehen zu können.
Therapie bedeutet daher nicht, erst alle Rätsel der Vergangenheit lösen zu müssen, bevor man beginnen kann zu leben. Während wir die Ursachen verstehen, richtet sich unser Fokus stets auf die Gegenwart und die Zukunft. Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, aus der gewonnenen Selbsterkenntnis heraus neue Perspektiven auf sich selbst und Ihre Lebensgeschichte zu entwickeln.
Neben dem Verstehen geht es in unserer Zusammenarbeit auch darum, konkretes Handwerkszeug zu erlernen. Eine Therapie soll Sie dazu befähigen, in der weiteren Lebensspanne – auch nach Abschluss unserer gemeinsamen Arbeit – immer wieder zu sich selbst zurückzufinden. Sie lernen, Ihre inneren Kompasse zu lesen und auf Herausforderungen weniger automatisch zu reagieren, sondern freier und selbstbestimmter zu handeln.
Dieser Prozess führt zu einem realistischeren und tragfähigeren Umgang mit sich selbst – zu mehr innerer Verbundenheit und einer Lebendigkeit, die es Ihnen erlaubt, Ihre Lebenspläne aktiv und stimmig zu gestalten.
